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International


Probleme mit dem geänderten russischen Religionsgesetz

Moskau/Rußland, 17.12.1997/APD Obwohl das russische Justizministerium den Siebenten-Tags-Adventisten schriftlich bestätigt hat, daß ihre Freikirche die Kriterien des veränderten Religionsgesetzes erfüllt und ungehindert weiterarbeiten dürfe, da sie bereits seit 110 Jahren auf dem Gebiet der Russischen Föderation bestehe, gibt es Probleme mit lokalen Behörden. Laut Pressesprecherin Barbara Huff (Moskau) bereitete die Freikirche vier Monate lang Bibelvorträge in der Stadt Buzuluk vor. Die zuständigen Behörden der Bezirksstadt Orenburg hatten die Veranstaltungen bereits genehmigt. Wenige Tage vor Beginn verbot jedoch ein Beamter der Stadtverwaltung von Buzuluk unter Berufung auf das geänderte Religionsgesetz die Abhaltung von öffentlichen religiösen Veranstaltungen, da es in der Stadt noch keine adventistische Gemeinde gäbe. Die Genehmigung aus Orenburg interessierte ihn laut Barbara Huff nicht. Ein Einspruch der regionalen adventistischen Kirchenleitung in Jekaterinburg, die sich auf den Wortlaut des Gesetzes berief und die Bestätigung des Justizministeriums vorlegte, bewirkte nichts. Der Beamte forderte, entgegen der Gesetzeslage, daß in Buzuluk erst 15 Jahre lang eine adventistische Gemeinde bestehen müsse, bevor dort öffentliche Veranstaltungen der Freikirche stattfinden dürften.

Barbara Huff wies darauf hin, daß auch andere Kirchen Schwierigkeiten mit dem neuen Religionsgesetz hätten. So würde jetzt in Rußland tätigen ausländischen katholischen Priestern und Nonnen nur noch ein Visum für drei Monate anstatt wie bisher ein Jahr erteilt. Sie müßten im Gegensatz zu früher nach Ablauf dieser Zeit das Land verlassen um mit einem neuen dreimonatigen Visum nach Rußland zurückkehren zu können. Auch die Arbeit von Pfingstgemeinden, der Heilsarmee und verschiedener protestantischer Gruppen sei eingeschränkt worden. Die Siebenten-Tags-Adventisten hatten ebenfalls gegen das am 19. September 1997 von der Duma verabschiedete Gesetz protestiert. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Abteilungsdirektor für Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), betonte damals: "Die Durchführung des Gesetzes kann sehr eng gehandhabt werden, und wir sehen an vielen Stellen die Möglichkeit falscher Auslegungen."

Bombenanschlag auf adventistische Kirche in Kasachstan

Alma-Ata/Kasachstan, 17.12.1997/APD Eine Bombe, die Mitte November nachts in die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der kasachischen Hauptstadt Alma-Ata geworfen wurde, hat nur Sachschaden angerichtet. Fenster gingen zu Bruch und die Innenausstattung wurde beschädigt. Den Anschlag nahm die Stadtverwaltung zum Anlaß, weitere Bibelvorträge der Adventisten in einer öffentlichen Halle zu untersagen. Für die eintausend Besucher konnte jedoch ein anderer Saal angemietet und die Evangelisation fortgesetzt werden.

Erstes adventistisches Gotteshaus in St. Petersburg

St. Petersburg/Rußland, 17.12.1997/APD Ihre erste Kirche in der russischen Stadt St. Petersburg weihten die Siebenten-Tags-Adventisten kürzlich ein. Der Neubau in der Nähe des Zentralparks erfolgte mit Unterstützung der adventistischen Loma Linda University Kirche in Kalifornien. An den Bauarbeiten beteiligten sich Freiwillige aus St. Petersburg, der Ukraine, Moldawien und Australien. Die Leitung hatte der russische Architekt Nikolas Ruminsky. In St. Petersburg gibt es rund 1 500 Adventisten in sechs Gemeinden.

"Großmutter Whitney" tot

Silver Spring, Maryland/USA, 17.12.1997/APD Im Alter von 101 Jahren verstarb in Loma Linda/Kalifornien die US-Amerikanerin Hulda Crooks, auch als "Großmutter Whitney" bekannt. Die ungewöhnliche Frau wurde nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1950 Alpinistin. 1962 erklomm sie mit 66 Jahren als erste Frau den 4 418 Meter hohen Mount Whitney in der Sierra Nevada, Kalifornien. 1987 war die 91jährige zum letzten Mal auf diesem Gipfel. Im gleichen Jahr bestieg sie auch den 3 776 Meter hohen Fujiyama in Japan. Damit ist sie die älteste Frau, der dies bisher gelang. Ende August 1991 wurde der zweite Berg südlich vom Mount Whitney vom US-Kongreß offiziell in "Crooks Peak" umbenannt. Während einer kleinen Zeremonie wurde die damals 95jährige mit einem Hubschrauber zu einem Wander-camp 600 Meter unterhalb des Mount Whitney-Gipfels gebracht, von wo aus sie "ihren eige-nen Berg" gut über-blicken konnte. Dort nahm sie Glück-wunsch-telegramme der früheren US-Präsidenten George Bush und Ronald Reagan sowie vom kaliforni-schen Gouverneur Pete Wilson ent-gegen. Die alte Dame war immer noch so rüstig, daß sie trotz der dünnen Luft kein Sauerstoffgerät benötigte. Um sich auf ihre Gebirgstouren besser vorzubereiten, begann Hulda Crooks im Alter von 72 Jahren mit Langlauf und Jogging. Ein Jahrzehnt später gelang ihr bei einer Senioren-Olympiade ein Weltrekord. Sie begründete ihre Fitness mit ihrer gesunden Lebensweise, die für sie als Siebenten-Tags-Adventi-stin eine Selbstverständ-lichkeit war.

Botschafter für mehr Engagement der Adventisten in Malawi

Malawi Silver Spring, Maryland/USA, 17.12.1997/APD Der Botschafter des ostafrikanischen Staates Malawi in den USA, Willie Chokani, forderte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten während eines Besuchs bei deren Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland, auf, sich noch stärker in seinem Land zu engagieren. "Malawi kann nicht hoffen, sich ohne solide Grundlage zu entwickeln und die Adventisten sorgen dafür", sagte der Botschafter. "Sie halten zur ehrlichen und fleißigen Arbeit an und fördern das Selbstvertrauen. Sie bringen unserem Land gute Neuigkeiten und gute Gewohnheiten und ihre unter schwierigen Umständen getane Arbeit wird außerordentlich geschätzt." Calvin Rock, einer der Vizepräsidenten der Generalkonferenz, verwies auf das Programm "Reachback" der Freikirche, bei dem Afro-Amerikaner ihren Jahresurlaub zur Verfügung stellen, um in einem afrikanischen Land mit ihren Fähigkeiten Dorfgemeinschaften beim Aufbau zu helfen. Derartige Gruppen könnten auch in Malawi zum Einsatz kommen. In dem afrikanischen Land gibt es bei zwölf Millionen Einwohnern fast 200 000 Siebenten-Tags-Adventisten in rund 800 Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort zwölf Grund-, zwei Mittel- und zwei Berufsschulen, drei Krankenhäuser, zwei Kliniken und 18 Sanitätsstationen.

Adventistischer Zahnarzt in Ruanda ermordet

Kigali/Ruanda, 17.12.1997/APD Ranjan Kulasekere, ein adventistischer Zahnarzt aus Sri Lanka, wurde im November in Kigali/Ruanda von einem Einbrecher erschossen, den er in seinem Haus überraschte. Er arbeitete an der Klinik der Freikirche in der ruandischen Hauptstadt. 1994 mußte Kulasekere wegen des Völkermordes das Land verlassen. Doch er kehrte zurück, um auch weiterhin den Menschen dort helfen zu können.

Pfadfinder-Parade gegen Drogen

Sydney/Australien, 17.12.1997/APD Über 600 adventistische Pfadfinder haben mit einer Parade in Sydney auf die Gefahren des Drogenmißbrauchs aufmerksam gemacht. Mit der Aufforderung drogenfrei zu bleiben verteilten sie an sechs- bis 18jährige Luftballons und Flugblätter.

Gesetzentwurf zur Gleichberechtigung nichtkatholischer Hochschulen in Peru

Lima/Peru, 17.12.1997/APD Dem peruanischen Kongreß liegt ein Gesetzentwurf vor, der künftig Diskriminierung aufgrund religiöser Zugehörigkeit verhindern soll. Danach müßten weiterführende protestantische Ausbildungsstätten die gleichen akademischen Rechte und steuerlichen Vergünstigungen wie die katholischen Hochschulen des Landes erhalten. Derzeit gibt es in Peru nur ein evangelisches Lehrerbildungsinstitut und die adventistische Universität in Lima. Außerdem bestehen verschiedene Bibelseminare und drei adventistische Gymnasien. Etwa 92 Prozent der 24 Millionen Einwohner gehören der römisch-katholischen Kirche an. Die Siebenten-Tags-Adventisten bilden mit 370 000 erwachsenen getauften Mitgliedern und rund 1 100 Gemeinden die größte protestantische Kirche in Peru.

Evangelische Kirchen in Lateinamerika keine Sekten mehr

Rom/Italien, 17.12.1997/APD Die am 12. Dezember unter der Leitung von Papst Johannes Paul II. in Rom zu Ende gegangene gesamtamerikanische Bischofssynode hat eine neue Beurteilung evangelischer Kirchen beschlossen. Diese werden nicht mehr als Sekten, sondern als "unabhängige religiöse Bewegungen" bezeichnet. Laut Bischof Luciano Mendes de Almeida, Vizepräsident der lateinamerikanischen Bischofskonferenz, hat die Synode, zu der 233 Bischöfe aus Nord-, Mittel- und Südamerika gehören, eine Änderung im Verhalten gegenüber nichtkatholischen Bekenntnissen "nach eingehender Reflexion" beschlossen. Sie untersuchte die Gründe, die Katholiken dazu führten, sich diesen "unabhängigen religiösen Bewegungen" anzuschließen. Hauptursache sei die Suche nach festen Werten, nach Gott und einem Leben in intensiver Gemeinschaft. Selbstkritisch sah die Synode die Verantwortung der katholischen Kirche für die momentane Situation. Bemängelt wurden das geringe Interesse der Kirche am einzelnen und die fehlende katholische Belehrung. Notwendig seien eine verbesserte Unterweisung und ein effektiveres soziales und missionarisches Engagement der einzelnen Basisgemeinschaften. Almeida forderte freundschaftliche Beziehungen zu den evangelischen Bewegungen, insbesondere auf sozialem Gebiet. Die Amerikasynode ist nach der Afrikasynode von 1994 die zweite von fünf kontinentalen Konferenzen im Vorfeld des Jahres 2000.

Glaubensfreiheit in der Türkei gefordert

Bochum, 17.12.1997/APD Das Oberhaupt der Armenisch Apostolischen Kirche, Katholikos Karekin, hat die Türkei aufgefordert, die Glaubensfreiheit der Christen zu respektieren. Laut Bochumer Informationsdienst "Orthodoxie Aktuell" wies er in einem Interview mit der Istanbuler Zeitung "Cumhüriyet" auf die geplante 700-Jahr-Feier des Osmanischen Reiches im Jahr 2000 hin. Wenn die Türkei deswegen einen Touristenstrom erwarte, dann müßten sich auch die Verhältnisse im Lande ändern. "Sonst werden christliche Touristen, die Kirchen in der Türkei besuchen, den Eindruck gewinnen, als seien die griechischen, armenischen und syrischen orthodoxen Kulturen nur ein Überbleibsel der Vergangenheit." Deshalb müsse die Regierung anerkennen, daß "alle christlichen Kirchen einen Anspruch auf Freiheit haben". Es könne beispielsweise nicht akzeptiert werden, daß das orthodoxe Seminar auf der Heybeli Insel geschlossen bleibe. Die Türkei sollte durch Taten beweisen, "daß der christliche Glaube nicht nur ein kulturelles Erbe der Vergangenheit, sondern ein lebendiger Glaube ist".

20 Jahre Evangelische Allianz in Griechenland

Saloniki/Griechenland, 17.12.1997/APD Das zwanzigjährige Bestehen feierte die griechische Evangelische Allianz im Rahmen ihrer 7. Generalversammlung Ende November an ihrem Gründungsort Saloniki. Mit derzeit acht Freikirchen mit insgesamt 50 Gemeinden und 15 kirchlichen Organisationen stellt sie die führende Kraft im evangelischen Griechenland dar. Obwohl ihr einige Kirchen, wie die Lutheraner und Siebenten-Tags-Adventisten, nicht angehören, konnte ein Gegensatz zwischen "etabliert evangelisch" und "frei-evangelisch" sowie "evangelikal" vermieden werden. Ungeachtet der unvermindert feindseligen Haltung der griechisch-orthodoxen Staatskirche und des weiterhin in Kraft befindlichen Anti-Protestanten-Gesetzes von Diktator Metaxas aus den dreißiger Jahren, zog die Generalversammlung eine positive Bilanz. Laut Allianz-Generalsekretär Pfarrer Apostolos Bliatis habe sich das allgemeine Klima zugunsten der evangelischen Minderheit, die in Griechenland nur 0,15 Prozent der Bevölkerung gegenüber 95 Prozent Orthodoxen umfaßt, spürbar verbessert. Das sei besonders dort der Fall, wo orthodoxe Christen mit ihren evangelischen Mitchristen in direkte Berührung kommen. Die Generalversammlung sprach die Erwartung aus, daß in der für 1998 geplanten Verfassungsreform der Republik Griechenland auch die Rechte der evangelischen Christen auf volle Glaubensfreiheit verankert würden. Die Allianz wird bei den Verhandlungen mit der Regierung durch ihren Präsidenten Dr. Demosthenes Katsarkas vertreten.

Baptisten in Belgien staatlich anerkannt

Washington D. C./USA, 17.12.1997/APD Nachdem die Baptisten in Belgien immer wieder als "Sekte" bezeichnet wurden, erfolgte nun die staatliche Anerkennung der Freikirche. Auch der frühere amerikanische Präsident und Baptist Jimmy Carter hatte sich in Brüssel für diese Regelung eingesetzt. In Belgien umfaßt die Freikirche 850 Mitglieder in 19 Gemeinden. Denton Lotz, Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, sieht in dem Beschluß ein Hoffnungszeichen für die Baptisten in Österreich, die sich ebenfalls um die staatliche Anerkennung bemühen. In der Alpenrepublik streben auch die Siebenten-Tags-Adventisten seit 1989 um Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Anglikanische Bischöfe wollen Zehn Gebote aus Gebetbuch streichen

London/Großbritannien, 17.12.1997/APD Die anglikanischen Bischöfe wollen die Zehn Gebote aus dem Gebetbuch für Gottesdienste streichen. Laut Katholische Internationale Presseagentur (Kipa) habe sich die bischöfliche Liturgiekommission zur Vorbereitung des neuen "Allgemeinen Gebetbuches" für das Jahr 2000 zu diesem Schritt entschlossen, um die Gottesdienste weniger "trübsinnig" und dafür populärer zu gestalten. Gegen dieses Ansinnen hätten zahlreiche anglikanische Priester protestiert und ihren Bischöfen vorgeworfen, endgültig jeden moralischen Führungsanspruch in Großbritannien preiszugeben.



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© APD Geändert am: 17.12.1997

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